Was wäre die Welt ohne Kunst & Kultur?

Über Ausdruck, Kommunikation, Demokratie und die Frage, wer überhaupt Zugang zu kulturellen Räumen hat

Dieses Wochenende feiert die Häselburg in Gera ihren zehnten Geburtstag. Für mich ist sie so etwas wie das subkulturelle Headquarter der Stadt: drei miteinander verbundene Häuser, in denen sehr unterschiedliche Dinge gleichzeitig passieren und sich gegenseitig auch immer wieder ein bisschen in die Quere kommen dürfen.

Da ist die Kunstschule, die Neue Galerie für zeitgenössische Kunst, das Medienbildungszentrum der Thüringer Landesmedienanstalt, der Häselburg-Verein mit Konzerten, Lesungen, Comedy, Diskussionen und anderen Kulturveranstaltungen. Meine Agenturräume liegen ebenfalls dort, mit einem kleinen Creative- und Shared-Space. Und dieses Wochenende hat das SOUL:HAUS seine ersten Pop-up-Tage als 100 Prozent veganes Café gehabt.

Zum Jubiläum standen die Türen offen, Menschen liefen zwischen Galerie, Café, Kunstschule und Veranstaltungsräumen hin und her, es wurde gemalt, gegessen, Musik gehört, diskutiert und ziemlich viel miteinander geredet. Bei der Eröffnung und später auch auf dem Podium ging es immer wieder um den Wert von Kunst und Kultur für eine Stadt und für die Menschen, die dort leben.

Irgendwann kam mir dieser sehr einfache Gedanke: Was wäre die Welt eigentlich ohne Kunst und Kultur?

Ohne Musik, Bilder, Schreiben und Tanz. Ohne Räume zum Ausprobieren, Malen, Denken und Diskutieren. Ohne Orte, an denen etwas entstehen darf, ohne dass vorher schon feststehen muss, wofür es am Ende gut ist. Und ja: Für mich gehört auch Essen in diese Überlegung. Ob ein pinker Burger kunsttheoretisch nun unter „Kunst“ fällt, dürfen andere ausfechten. Essen kann jedenfalls Gestaltung sein, Erinnerung, Herkunft, Identität, Handwerk und Kommunikation.

Und damit bin ich eigentlich schon bei dem Punkt, der mich daran so beschäftigt.

Kommunikation findet längst nicht nur über Sprache statt

Ich denke Kommunikation sehr viel größer als das gesprochene oder geschriebene Wort. Wir kommunizieren über Bilder, Formen, Räume, Kleidung, Bewegung, Musik, Rituale, Gerüche, Materialien und Farben. Ein Mensch kann einen komplizierten inneren Zustand in einen Text schreiben, jemand anderes tanzt ihn, malt ihn, komponiert ihn, fotografiert ihn oder kocht ein Gericht, das nach Kindheit, Herkunft oder einem bestimmten Ort schmeckt.

Mich interessiert daran vor allem, dass Menschen Erlebtem eine Form geben. Etwas, das zunächst nur im eigenen Kopf oder Körper existiert, wird nach außen transportierbar. Andere können es sehen, hören, schmecken, lesen, interpretieren, ablehnen, weiterdenken oder darin etwas Eigenes wiedererkennen.

Das ist Kommunikation, unabhängig davon, ob jemand professionell Kunst schafft, nach Feierabend Gitarre spielt, im Auto Musik hört, schreibt, malt, tanzt oder völlig zweckfrei mit Formen und Farben experimentiert.

Am Wochenende konnte man das in der Häselburg ziemlich unmittelbar erleben. Zu experimentellem Sound von Peer Salden durfte gemalt werden. Derselbe Klang, derselbe Raum, derselbe Moment – und auf den Papieren sind vollkommen unterschiedliche Dinge entstanden. Ich mochte daran auch dieses leichte „Brain Tickle“: Der Kopf bekommt etwas, das er nicht sofort in seine üblichen Schubladen sortieren kann, und plötzlich kommt etwas anderes ins Fließen.

Das habe ich dieser Tage noch an einer ganz anderen Stelle gemerkt, als ich aus Neugier Musik gehört habe, die ziemlich weit außerhalb dessen lag, was ich normalerweise höre. Erst einmal positive Irritation, dann sehr viel Interesse daran, was das eigentlich mit mir macht. Andere Stimmungen, andere Assoziationen, andere körperliche Reaktionen als bei Musik, mit der sich über Jahre bestimmte Erinnerungen und Emotionen verbunden haben. Manchmal tut es offensichtlich ganz gut, wenn der Kopf kurz aus seinem gewohnten Sortiermodus herauskommt.

Beruflich bewege ich mich davon gar nicht so weit entfernt. Wenn wir an einer Marke arbeiten, geht es ebenfalls darum, etwas zunächst Diffuses greifbar zu machen: Wer ist dieses Unternehmen eigentlich? Was ist ihm wichtig? Wie soll es sich anfühlen? Was davon wird Sprache, was Bild, was Farbe, Form oder Raum? Welche Atmosphäre entsteht, wenn jemand eine Website öffnet, ein Produkt in der Hand hält oder einen realen Ort betritt?

Identität bekommt Ausdruck. Insofern ist es für mich ziemlich logisch, dass mich eine Galerie genauso beschäftigen kann wie eine Brand Identity.

Kreativität kann Dinge auffangen, für die Worte manchmal noch fehlen

Dass kreatives Tun und das Erleben von Kunst für Menschen weit mehr sein können als ein hübscher Zeitvertreib, ist inzwischen ziemlich breit untersucht. Die WHO hat für einen großen Forschungsüberblick Ergebnisse aus mehr als 3.000 Studien zusammengetragen. Untersucht wurden aktive ebenso wie rezeptive Formen künstlerischer Beschäftigung, also beispielsweise selbst Musik zu machen, zu tanzen oder zu malen genauso wie Musik zu hören, Theater zu erleben oder Kunst zu betrachten. Der Bericht beschreibt relevante Beiträge der Künste zur Gesundheitsförderung und Prävention sowie zur Begleitung und Behandlung körperlicher und psychischer Erkrankungen über unterschiedliche Lebensphasen hinweg.

Interessant ist dabei auch die Frage, was auf neurobiologischer Ebene passiert. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2024 hat untersucht, welche neuronalen Mechanismen bei kreativer Aktivität beziehungsweise beim Erleben von Kunst und bei emotionaler Regulation beteiligt sein könnten. Die bislang kleine Zahl einschlägiger Studien liefert Hinweise auf gemeinsame neuronale Prozesse, unter anderem in Netzwerken, die an der Regulation von Emotionen beteiligt sind; bei den konkreten Mechanismen besteht zugleich noch erheblicher Forschungsbedarf.

Die beiden Ebenen sollte man auseinanderhalten: Dass kreativer Ausdruck und Kunsterleben für Wohlbefinden, Verarbeitung und Gesundheit relevant sein können, ist längst nicht nur durch ein paar vereinzelte Experimente gestützt. Sehr viel offener ist die feinere Frage, was dabei im Gehirn genau geschieht und über welche Mechanismen unterschiedliche Formen künstlerischer Aktivität wirken.

Viele kennen die Erfahrung ohnehin aus dem eigenen Leben. Manche Dinge lassen sich leichter schreiben, malen, spielen, tanzen oder gestalten, als sie unmittelbar auszusprechen. Gedanken und Gefühle bekommen eine äußere Form, werden betrachtbar und manchmal auch besser bearbeitbar. Sobald andere Menschen darauf reagieren, entsteht aus individuellem Ausdruck wiederum Beziehung.

Kultur war schon immer politisch

Vor einiger Zeit bin ich in Dresden im Schauspielhaus des Staatsschauspiels gewesen, weil meine liebe Bekannte Sultana Sediqi in Candide oder der Optimismus auf der Bühne stand. Viele Menschen aus unser beider Umfeld, gerade auch aus unserer Erfurter Migra-Community, sind ebenfalls nach Dresden gefahren. Sultana verbindet in ihren poetisch-politischen Texten persönliche Erfahrungen mit gesellschaftlichen Machtfragen; das Staatsschauspiel beschreibt ihre künstlerische Praxis selbst als Akt des Widerstands und als Versuch, marginalisierte Perspektiven sichtbar zu machen.

In den Gesprächen in unserem Umfeld danach hat mich überrascht, dass einige gar nicht damit gerechnet hatten, wie politisch Theater und Kultur sein können. Für mich ist diese Verbindung ziemlich selbstverständlich, und vermutlich bin ich deshalb auch gar nicht die Person, die davon erst überzeugt werden muss.

Kultur bewegt sich immer innerhalb einer Gesellschaft. Sobald Menschen Erfahrungen, Identität, Herkunft, Körper, Gewalt, Zugehörigkeit, Erinnerung oder Vorstellungen von Zukunft ausdrücken, berühren sie gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse. Kunst darf dabei selbstverständlich auch einfach schön sein, unterhalten, albern, sinnlich oder komplett zweckfrei daherkommen. Ein Jazzkonzert braucht kein Demokratiepädagogik-Konzept und niemand muss nach jedem Gemälde einen gesellschaftspolitischen Transferbogen ausfüllen.

Trotzdem erzählt kultureller Ausdruck etwas darüber, welche Erfahrungen sichtbar werden, welche Geschichten erzählt werden, welche Perspektiven als selbstverständlich gelten und welche ihren Platz erst erkämpfen müssen. Damit schafft Kunst Öffentlichkeit: Sie kann Erfahrungen aus dem Privaten holen, Erinnerung herstellen, Widerspruch provozieren und Menschen mit Lebensrealitäten konfrontieren, die sie aus dem eigenen Alltag nicht kennen.

Und genau an diesem Punkt führt der Weg zur Demokratie ziemlich direkt weiter. Sobald unterschiedliche Erfahrungen öffentlich werden, müssen wir als Gesellschaft damit umgehen. Wir hören Geschichten, die nicht unsere sind, treffen auf andere Vorstellungen davon, wie Menschen leben wollen, und müssen Unterschiede, Widersprüche und Konflikte aushandeln. Demokratie ist schließlich nicht nur Wahlrecht und Institutionengefüge; sie lebt auch von einer Öffentlichkeit, in der unterschiedliche Menschen überhaupt vorkommen, ihre Perspektiven ausdrücken und miteinander in Beziehung treten können.

Was Kultur mit Demokratie zu tun hat

Die Verbindung zwischen kultureller Teilhabe und Demokratie lässt sich deshalb auch empirisch betrachten. Ein Bericht der Europäischen Kommission, der internationale Forschung dazu auswertet, zeigt, dass Menschen, die sich kulturell beteiligen, im Durchschnitt auch häufiger zivilgesellschaftlich und demokratisch aktiv sind. Gleichzeitig weist er ausdrücklich auf soziale Ungleichheiten beim Zugang zu kultureller Teilhabe hin und auf deren Auswirkungen auf demokratische Beteiligung.

Daraus lässt sich keine simple Kausalkette bauen: Drei Museumsbesuche machen noch keinen besseren Demokraten. Interessanter finde ich die Erfahrungen und Fähigkeiten, die kulturelle Räume ermöglichen können, also anderen Perspektiven zu begegnen, Mehrdeutigkeit auszuhalten, gemeinsam etwas zu schaffen, sich auszudrücken, zuzuhören, zu widersprechen, zu interpretieren und Erfahrungen miteinander zu teilen.

Eine demokratische Gesellschaft braucht ziemlich viel davon. Sie lebt davon, dass Menschen Unterschiedlichkeit aushalten können, ohne daraus automatisch Feindschaft zu machen, dass Widerspruch möglich bleibt, unterschiedliche Gruppen ihre Erfahrungen öffentlich machen können und gesellschaftliche Vorstellungen verhandelt werden, statt eine einzige davon zur einzig legitimen zu erklären.

Der Europarat beschreibt Kultur und kulturelle Teilhabe entsprechend als Teil demokratischer Resilienz. Sein Bericht zur Lage der Demokratie in Europa verweist zugleich darauf, dass kulturelle Teilhabe weiterhin ungleich verteilt ist und künstlerische Freiheit in Teilen Europas durch rechtliche Beschränkungen und politische Einflussnahme unter Druck steht.

Dass autoritäre und extremistische politische Strömungen regelmäßig ein Problem mit freier Kunst, pluralistischen Kulturorten und unliebsamen Ausdrucksformen bekommen, ist daher wenig überraschend. Wer bestimmen möchte, welche Vorstellung von Gesellschaft legitim sein soll, interessiert sich zwangsläufig dafür, wer Geschichten erzählt, wer Räume bekommt und was öffentlich sichtbar sein darf.

Nur: Wer kann sich kulturelle Teilhabe überhaupt leisten?

An dieser Stelle wird mir die Erzählung von der wunderbaren, demokratiefördernden Kultur allerdings schnell zu bequem, wenn wir den Zugang ausblenden.

Gerade die Erfahrung rund um Candide hat mir diesen Punkt noch einmal deutlicher gemacht. Es sind viele Menschen aus unserem gemeinsamen Erfurter Umfeld mit nach Dresden gekommen, darunter Menschen, für die Fragen nach Herkunft, Rassismus, Zugehörigkeit, Macht und Rechten keineswegs abstrakte politische Themen sind. Gleichzeitig hat mich überrascht, dass die politische Dimension des Theaters für einige vorher gar nicht so selbstverständlich gewesen ist wie für mich.

Im Nachhinein hat mir genau diese Irritation auch mein eigenes Privileg vor Augen geführt: Für mich gehören Theater, Galerie, Lesungen, politische Veranstaltungen und kulturelle Räume inzwischen ziemlich selbstverständlich zu meiner Lebenswelt. Ich weiß, dass es sie gibt, ich kenne viele ihrer Codes, fühle mich dort grundsätzlich angesprochen und kann mir vergleichsweise oft den mentalen Freiraum dafür schaffen, hinzugehen und mich anschließend noch damit auseinanderzusetzen.

Das gilt längst nicht für alle Menschen gleichermaßen.

Kulturelle Teilhabe braucht Ressourcen, beispielsweise Zeit, Geld, Mobilität, Informationen über Angebote, manchmal bestimmte kulturelle Codes und vor allem das Gefühl, dass ein Ort tatsächlich auch für einen selbst gedacht ist. Dazu kommt mentale Kapazität. Wer nach Erwerbsarbeit, Care-Arbeit, finanziellen Sorgen, Behördengängen oder anderen Belastungen völlig durch ist, hat unter Umständen schlicht keinen Raum mehr im Kopf, um abends noch zwei Stunden über zeitgenössische Kunst und Gesellschaft nachzudenken.

Genau diese ungleichen Voraussetzungen finden sich auch im EU-Bericht zu Kultur und Demokratie wieder. Kulturelle Beteiligung ist in Europa sozial ungleich verteilt, und weil kulturelle Teilhabe wiederum mit gesellschaftlichem und demokratischem Engagement zusammenhängt, wird die Frage des Zugangs politisch relevant.

Das beschäftigt mich gerade, weil ich solche Räume selbst sehr liebe und gleichzeitig sehe, wer dort häufig fehlt. Daraus lässt sich nicht schließen, dass diesen Menschen Kunst egal wäre. Sie kennen den Ort möglicherweise nicht, fühlen sich von Programmen nicht angesprochen, finden die eigene Lebensrealität dort kaum wieder oder haben schlicht andere Möglichkeiten, ihre Zeit und ihr Geld einzusetzen.

Wenn Kultur Räume für gesellschaftlichen Austausch öffnen soll, müssen wir deshalb auch fragen, wie offen diese Räume tatsächlich sind, wer sich dort selbstverständlich bewegt und wen wir bisher kaum erreichen.

Genau darin liegt für mich die Stärke eines Ortes wie der Häselburg

Eine Galerie erreicht bestimmte Menschen, eine Kunstschule andere, ein Medienbildungszentrum wieder andere. Ein Konzert, eine Lesung, eine politische Veranstaltung, Arbeitsräume oder ein veganes Café bringen jeweils ihre eigenen Menschen mit. In einem Haus wie der Häselburg überschneiden sich diese Welten immer wieder.

Jemand kommt wegen des Essens und läuft an einer Ausstellung vorbei. Jemand bringt sein Kind zur Kunstschule und bekommt mit, dass nebenan diskutiert wird. Menschen sitzen nach einer Veranstaltung noch zusammen. Eine Künstlerin begegnet jemandem aus der Medienbildung. Menschen malen zu experimentellen Klängen und entdecken dabei möglicherweise eine Art des Ausdrucks, die sie bisher gar nicht ausprobiert haben. Ein politisches Thema taucht in einem Werk auf, eine Herkunftsgeschichte in einem Essen, eine gesellschaftliche Frage in einem Gespräch auf dem Flur.

Das lässt sich schlecht in eine klassische KPI pressen. Trotzdem hat es Wert.

Kunst, Arbeit, Politik, Essen, Identität, Bildung und Freizeit existieren im echten Leben schließlich auch nicht sauber voneinander getrennt. Gerade in diesen Überschneidungen entsteht Kommunikation, ohne dass sie vorher als Kommunikationsmaßnahme geplant worden ist, und manchmal entsteht daraus Verbindung zwischen Menschen, deren Wege sich sonst gar nicht gekreuzt hätten.

Bei der Jubiläumseröffnung ist viel darüber gesprochen worden, welchen Wert Kunst und Kultur für eine Stadt haben. Natürlich kann man wirtschaftlich darauf antworten: Aufenthaltsqualität, Standortattraktivität, Kreativwirtschaft, Tourismus, die Wiederbelebung leerstehender Gebäude. All das gehört dazu.

Mir wäre es trotzdem zu wenig, Kultur hauptsächlich darüber legitimieren zu wollen.

Solche Orte geben Menschen die Möglichkeit, die Welt nicht einfach nur so zu konsumieren, wie sie gerade ist. Sie können sie interpretieren, darauf reagieren, etwas hinzufügen, ausprobieren, gestalten, besprechen, hinterfragen oder für eine Weile einfach in Musik, Bildern, Bewegung und einem absurd schönen pinken Burger versinken.

Kultur schafft Räume, in denen Gesellschaft sich selbst begegnen kann. Genau deshalb sollten wir ziemlich gut darauf achten, wer Zugang zu diesen Räumen bekommt, wie frei dort gearbeitet werden kann und ob genügend unterschiedliche Menschen sich darin wiederfinden.

Was wäre die Welt also ohne Kunst und Kultur? Ich kann sie mir jedenfalls deutlich ärmer vorstellen: ärmer an Ausdruck, Erinnerung, Widerspruch, Schönheit, Verbindung und Möglichkeiten, sichtbar zu machen, wer wir sind, was uns beschäftigt, worüber wir streiten, was uns geprägt hat und welche Welt wir uns eigentlich wünschen.

Und zu einem zehnten Geburtstag gehört für mich auch ein ziemlich großes Danke an die Menschen, die so einen Ort überhaupt möglich gemacht haben: Dr. Claudia Tittel und Burkhard Schlothauer. Selbstständige wissen ziemlich gut, dass Geld nicht vom Himmel fällt und dass an eine Idee zu glauben manchmal fucking viel Angst macht, lange bevor man weiß, ob sie tatsächlich trägt. Beide haben an ihre Idee geglaubt, über Jahre daran gearbeitet und damit gleichzeitig Räume geschaffen, in denen inzwischen sehr viele andere Menschen ihre eigenen Ideen verfolgen können.

Dr. Claudia Tittel danke ich dabei auch ganz persönlich. Vor knapp zwei Jahren, im Oktober 2024, sind wir gemeinsam durch die Räume gelaufen, die heute meine Agenturräume sind. Ich hatte damals selbst noch ziemlich viel Respekt vor Wachstum und war überzeugt davon, dass ich eigentlich nur mich brauche. Rückblickend ist es schon schön zu sehen, was passieren kann, wenn jemand an Möglichkeiten glaubt und einem Raum gibt, bevor man selbst ganz verstanden hat, was daraus einmal werden könnte.

Happy Birthday, Häselburg. Auf die nächsten zehn – auf ganz viel Kunst, Kultur, Begegnung, Mut und schöne Unordnung. 💛

Quellen & Weiterlesen

WHO Europe: What is the evidence on the role of the arts in improving health and well-being? A scoping review. Mehr als 3.000 ausgewertete Studien zu Kunst, Gesundheit und Wohlbefinden. WHO-Bericht zu Kunst und Gesundheit

Barnett & Vasiu (2024): How the arts heal: a review of the neural mechanisms behind the therapeutic effects of creative arts on mental and physical health. Systematischer Review zu möglichen neuronalen Mechanismen kreativer Aktivität und emotionaler Regulation. Studie bei PubMed

Europäische Kommission: Culture and democracy, the evidence. Forschungsüberblick zu kultureller Beteiligung, Demokratie, gesellschaftlichem Engagement und ungleichen Zugängen. Culture and democracy, the evidence

Council of Europe: Towards a New Democratic Pact for Europe – 2025 Report. Unter anderem zu kultureller Teilhabe, künstlerischer Freiheit und demokratischer Resilienz. Demokratiebericht 2025 des Europarats

Staatsschauspiel Dresden: Sultana Sediqi und Candide oder der Optimismus, zu ihrer poetisch-politischen Arbeit und dem Sichtbarmachen marginalisierter Perspektiven. Sultana Sediqi am Staatsschauspiel Dresden

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